Am Samstag, dem 19. Juli, begab sich die Ritterschaft auf einen großen Ausflug. Nach einer arbeitsreichen Woche in der Burg dürsteten wir alle nach Spielen und Abenteuern unter freiem Himmel. Doch würde das Wetter derlei Lustbarkeiten erlauben? Konnten wir dem großen Meister Plöger vertrauen, der verkündet hatte, der strömende Regen der letzten Tage würde versiegen und der Sommer würde wieder über die Lausitz kommen?
Wir konnten: Als wir uns des Mittags in der Calauer Schweiz versammelten, empfingen uns Wärme und strahlender Sonnenschein. Und statt Regentropfen rannen uns bald Schweißperlen über die Stirn. Zeit für die erste von vielen Erfrischungsrunden – wie gut, dass Ritter Kay für klares Quellwasser und hopfigen Sud gesorgt hatte!

Foto: Benjamin Dossow, Titelfoto: Crispin Krocker
Solcherart gestärkt begannen wir unsere Wanderung. Zunächst galt es, einen gar hohen Hügel zu besteigen. Nach rund einer Meile erreichten wir unser erstes Ziel, den Luckaitztaler Ziegelturm.
Erschöpft vom beschwerlichen Aufstieg ließ sich die Tafelrunde im Schatten des Bauwerks nieder. Nur eine kleine Gesandtschaft wagte sich noch höher hinaus: Als Vertreter der Ritterschaft erklommen wir die 216 Stufen des Aussichtsturms. Oben angekommen hissten wir die ritterliche Flagge und ließen unsere Blicke schweifen. In weiter Ferne erspähten wir die gläserne Kuppel des Tropical Islands – eines hoch geschätzten Auftraggebers.

Fotos: Celine Bathow, Crispin Krocker
Die zweite Station unseres Ausflugs erreichten wir nicht zu Fuß, sondern mit unseren diversen Fuhrwerken. Wir begaben uns zum Adler- und Jagdfalkenhof in Werchow, wo wir einer beeindruckende „Flugshow“ beiwohnten. Wir erlebten majestätische Stein- und Weißkopfseeadler, die ergeben dem Kommando ihres Herren folgten und in großer Nähe über unseren Köpfen kreisten. Auch abgerichtete Falken und zahme Eulenvögel gab es zu sehen.


Fotos: Benjamin Dossow, Anne Hensel
Nach der Vorführung verweilten wir noch etwas und plauderten angeregt mit dem Falkner, als uns ein lautes Knurren aufschrecken ließ. „Herr, sprecht, haltet Ihr Wölfe auf eurem Anwesen?“ Der Falkner verneinte. Da meldete sich einer unserer Knappen und bekannte beschämt, das Grollen sei seinen Eingeweiden entronnen, denn der Hunger plage ihn gar sehr. Wie sich herausstellte, war er nicht der einzige hungrige Kämpfer, und so begaben wir uns auf dem schnellsten Wege zu unserem dritten Ziel: dem Blockhouse am Gräbendorfer See.
Hier versammelten wir uns zu einem wahren Gelage, schlugen uns die Bäuche voll und erzählten einander von früheren Heldentaten. Als dann jedermann gestärkt war, gingen wir die wenigen Schritte zum Ufer des Sees, ja, manch einer ging sogar weiter und erfrischte sich in den lauwarmen Fluten.

Foto: Celine Bathow
Andere lieferten sich ein Boccia-Turnier – denn das Kräftemessen gehört zu unseren Ausflügen wie der Mausgeschmack zum Speiseplan einer Wildkatze.
Langsam nahte die Dämmerung, doch ein Höhepunkt stand noch bevor: Die Ritter berieten sich leise. Dann scharte sich die ganz Tafelrunde um den edlen Ritter Alex. Als Zeremonienmeister des Tages oblag es ihm, einen unserer Gefährten in den Knappenstand zu erheben und einen weiteren zum Ritter zu schlagen. Und mit dieser feierlichen Zeremonie endete unser Abenteuer.

Foto: Anne Hensel
Das ist aber kein Grund zu verzagen, denn schon am 19. August steht uns das nächste große Abenteuer bevor: Das Sponsoringevent der Lausitzer Füchse in unseren heiligen Hallen. Doch das ist eine andere Geschichte, die wir ein andermal erzählen wollen.

